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Krisenintervention


I. Ziel

Ziel dieser intensiven Kurzmaßnahme von SocialConcept ist die schnelle, hochfrequentive und zeitlich begrenzte Begleitung von Familien in Krisen.

Dies beinhaltet, dass die Familien nach kurzer Dauer (max. 8 Wochen) wieder in die Selbständigkeit entlassen werden können.

Das wird erreicht durch Klärung der Problematik, entsprechende Involvierung des Umfeldes (Jugendamt, andere Ämter, Mediziner, Therapeuten, Beratungsstellen, Schulen, Behörden u.a.) und in der Folge Aufbau oder Ausbau eines „Helfernetzes“ und Stärkung der Familie durch Herausarbeitung der eigenen Ressourcen.

 

II. Umsetzung

Beim Auftreten der akuten Krise, wie sie oft hervorgerufen wird durch eine Anhäufung von Problemen in einer Familie, wie z.B.

  • finanzielle Probleme (Überschuldung),
  • Probleme mit der Wohnsituation,
  • Probleme beim Umgang mit Behörden u.ä.
  • Probleme in der Beziehung der Eltern,
  • Verlust des Arbeitsplatzes,
  • Suchtproblematik eines oder beider Elternteile,
  • Erziehungsprobleme hervorgerufen durch Überforderung der Eltern und/oder durch pubertäre Auffälligkeiten der Kinder,
  • Entwicklungsverzögerungen der Kinder,
  • Schulprobleme der Kinder,

wird folgendermaßen verfahren:

 

 1.) tägliche Präsens der Fachkraft in der Familie:

 

Die zuständige Fachkraft ist täglich in der Familie. Dadurch ist eine zeitnahe Unterstützung der Familie zur Problemlösung gegeben. Es werden intensive Gespräche in der Familie in Form von Einzel- und Familiengesprächen geführt.

 

 2.) Einsatz von zwei Fachkräften:

 

Immer wieder zeigt es sich, dass es besonders beim Auftreten von akuten Krisen in Familien zum Erfolg beitragen kann, wenn zeitweise, vor allem im Klärungsprozess des weiteren Hilfebedarfs, zwei Fachkräfte in der Familie gleichzeitig arbeiten.

Daher ist dies auch Teil dieses Konzeptes, der bei Bedarf in Rücksprache mit dem ASD aktiviert werden kann.

 

 3.) Zeitliche Begrenzung von max. 8 Wochen:

 

Der zeitliche Rahmen dient dazu, die Effizienz und den Bedarf in kurzen Abständen zu überprüfen. Die Maßnahme ist hochfrequentiv beim Auftreten der akuten Krise, wird jedoch dann relativ schnell beendet. Durch die Einbindung aller Beteiligten wird hier effizient und lösungsorientiert an der Krise gearbeitet.

 

 4.) Schriftliche Fixierung eines ressourcenorientierten Lösungskonzeptes:

 

Durch den täglichen Einsatz der Fachkraft in der Familie folgt zügig nach der Clearingphase die Erarbeitung des ressourcenorientierten Lösungskonzeptes. Dieses wird schriftlich fixiert und liegt der Familie, dem ASD und den

Fachkräften vor. Das Lösungskonzept dient als „Fahrplan“ der Maßnahme und trägt zur Transparenz bei. Parallel zur Erarbeitung des Lösungskonzeptes erfolgt die Koordination und Kooperation mit allen beteiligten Institutionen und Behörden.

 

 5.) Koordination und Kooperation mit allen beteiligten Institutionen:

 

Die Fachkraft nimmt nach der Clearingphase den Kontakt zu den Institutionen auf, die an der Lösung der aktuellen Krise beteiligt sind.

Dies kann die Schule sein, die Erziehungsberatungsstelle, Ärzte, Therapeuten, das Arbeitsamt, das Sozialamt, Schuldnerberatung, Polizei, u.a.

Hierbei wird die Familie eingebunden mit dem Ziel, die dabei hergestellten Kontakte auch selbständig weiter in der Zukunft nutzen zu können.

Das bedeutet, das dieses Vorgehen schnellstmöglich die aktuelle Krise lösen soll durch die hohe Konzentration von fachlicher Kompetenz (kurzfristiger und intensiver Einsatz von ein oder zwei Fachkräften) in Verbindung mit dem ressourcenorientierten Ansatz (Selbstheilungskräfte der Familie eruieren und mobilisieren).

 

6.) Rückkoppelung mit dem ASD

 

Austausch mit dem ASD zum entsprechenden Abgleich mit dem vorliegenden Lösungskonzept.

Gegebenenfalls ist durch den engen Kontakt der Fachkraft mit der Familie und dem ASD ein sofortiges Reagieren möglich, falls in der akuten Krise ein weiterer Hilfebedarf, die Einschaltung des Familiegerichts oder anderer Institutionen notwendig wird.

 

7.) Klärung des weiteren Hilfebedarfs:

 

Das ressourcenorientierte Lösungskonzept legt offen, welche Lösungsmöglichkeiten in der Familie gegeben sind.

Daran lässt sich auch der weitere Hilfebedarf, soweit gegeben erkennen.

Vorrangiges Ziel der Maßnahme ist die Entlassung der Familie zurück in die Eigenverantwortlichkeit ohne den Bedarf weiterer Hilfen zur Erziehung.

 

8.) Beendigung der kriseninterventiven Maßnahme nach max. 8 Wochen:

 

Die kurze Befristung dieser Maßnahme von max. 8 Wochen in Verbindung mit dem täglichen Einsatz von Fachkräften in der Familie ist Grundlage dieses Kriseninterventionskonzeptes.

Damit wird gewährleistet, dass alle Beteiligten intensiv zusammenarbeiten können und somit schnell erkennbar wird, ob eine interne Lösung (ressourcenorientiertes Lösungskonzept) erreichbar ist , oder andere Maßnahmen notwendig werden.

Zudem gewährleistet dieses Konzept auch eine schnelle Absicherung nach Ausbruch einer Krise durch die tägliche Präsens der Fachkräfte in der Familie und eine gute Möglichkeit, eventuelle weitere Gefährdungsaspekte rechtzeitig zu erkennen.